Zeitzeugin der DDR – Frau Albrecht
Am Dienstag, dem 09.12.2025, hatten wir, die Klasse 10a, Frau Albrecht zu Gast. In einer Unterrichtsstunde berichtete sie uns von ihrer Kindheit und Jugend in der DDR. Besonders eindrücklich erzählte sie von ihrer Flucht und den Jahren davor, in denen sie immer stärker das Gefühl bekam, nicht selbst über ihr Leben bestimmen zu dürfen. So wurde ihr zum Beispiel schon als Jugendliche das Abitur verwehrt – nicht wegen schlechter Leistungen, sondern wegen der kritischen Haltung ihres Vaters gegenüber dem Staat. Trotzdem absolvierte sie eine Ausbildung und unternahm mehrfach den Versuch, die DDR zu verlassen. Ein Fluchtversuch über ein anderes Land scheiterte, da an der Grenze Kontrollen mit Spürhunden befürchtet wurden.
Später stellte Frau Albrecht einen Ausreiseantrag. Sie informierte sich genau, stellte ihn bewusst „offiziell” und wusste, dass dies Konsequenzen nach sich ziehen würde. Gemeinsam mit einer Freundin sowie einer Mutter mit zwei Kindern wagte sie später den nächsten Schritt und floh in die Botschaft der Bundesrepublik in Ost-Berlin. Um an den Polizisten und der Staatssicherheit vorbeizukommen, mischten sie sich spontan unter eine vorbeiziehende FDJ-Gruppe. Im Eingangsbereich kam es zu einer dramatischen Szene, als ein Polizist nach einem der Kinder griff. Trotzdem blieben sie drinnen und harrten mit vielen anderen Flüchtlingen tagelang aus. In großer Enge, Hitze und ständiger Angst, verraten zu werden. Schließlich durften sie die Botschaft verlassen. Nur wenige Tage später musste Frau Albrecht überraschend ausreisen. Am Grenzübergang Bahnhof Friedrichstraße verabschiedete sie sich von ihren Eltern und begann ihr neues Leben in West-Berlin.
Luise Zobel 10a
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